Weinreb-Tagung in Stuttgart

4. – 5. Oktober 2019

Kain und Abel

Vom Bedürfnis sich Gott zu nahen, welches in einer Distanzierung endet.

Referent: Dieter Miunske

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Die Geschichte von Kain und Abel kommt direkt im 4. Kapitel des ersten Buches Moses vor, also ganz zu Beginn der Bibel. In unserem Kulturkreis findet sich kaum jemand, der diese Erzählung nicht kennt. Dem Buchstaben nach scheint es sich um eine Familiengeschichte zu handeln, eine tragische noch dazu. Friedrich Weinreb erzählt und deutet diese Geschichte jedoch als Wirklichkeit in uns selbst, die so nah ist, dass wir erkennen: Es geht um uns und unser Leben.
In der Mitteilung des ersten Brudermordes werden einige Begriffe der Bibel zum ersten Mal genannt und ihr prinzipieller Charakter in einem ursprünglichen Kontext erkennbar. Von diesem Verständnis ausgehend zieht sich ein roter Faden durch die gesamte Bibel bis zum Ende des Neuen Testaments. Ein großer Zusammenhang wird sichtbar, den Menschen nie hätten konstruieren können. Deshalb sprechen wir vom Wort Gottes und das soll die Basis für die beiden Tage in Stuttgart sein.


Freitag (04.10.2019)

10:30 – 11.30 Die Entstehung von Körper und Seele

Einführung in die Thematik Kain und Abel. Kain, der erste »Ben Adam«, »Sohn des Menschen« der aber niemals so genannt wird. Kain entsteht durch das Erkennen Evas durch Adam. Was bedeutet das hebräische »jada« – »erkennen«? Eva ist schwanger. Von der Frucht der Begegnung. Sie wird Mutter allen Lebens genannt, obwohl sie zunächst keine Kinder hat.

30 Minuten Pause


12.00 – 13.00 Wer ist unser Bruder?

Der erste Sohn in der Bibel wird als Mann und nicht als Kind bezeichnet. Sein Name Kain kommt vom Begriff des Kaufens. Als ob die Erzählung nicht schon wunderlich genug wäre, wird Kain auch an keiner Stelle »Bruder« genannt. Nur Abel wird Bruder genannt. Was ist ein Bruder? Die Namen der Verwandtschaftsbeziehungen in der Bibel wollen sich nicht in unser soziales Verständnis fügen. Vater, Mutter, Sohn und Tochter entsprechen offenbar nicht den Verbindungen in der äußeren Welt.

13.00 – 15.00 Mittagspause

15.00 – 16.00 Ich bin mehr als Du!
Der Anspruch des Körpers gegenüber der Seele

Mit Kain und Abel begegnen uns auch Acker und Tier, Bauer und Hirte, sowie Flachs und Wolle. Durch die ganze Bibel hindurch finden wir die Gegenüberstellung dessen, was am Ort verbleibt und dessen, was sich bewegt.

30 Minuten Pause

16.30 – 17:30 Das Ende der Tage

»Mikez jamim« – »nach einem Verlauf von Zeit«, schreibt die Übersetzung und lässt nicht darauf schließen, was der Beweggrund Kains war, Gott ein »Mincha« – eine bestimmte Form eines »Opfers« zu bringen. Wann verspüren wir das Bedürfnis, uns Gott nahen zu wollen? Beide, Kain und Abel, suchen die Verbindung zu Gott über ein »Mincha.«

90 Minuten Pause


19.00 – 20.00 Gottes Gespräch mit Kain –
Die Wiederholung des mütterlichen Schicksals

Die Welt und ihre Öffnung zum Niederen hin. »Cheth« die »Sünde« in ihrer geringsten Abstufung. Die Einteilung und Grade dessen was die Bibel Sünde nennt. Kains Zorn lässt ihn innerlich verbrennen.

30 Minuten Pause

20.30 Offene Fragerunde


Samstag (05.10.2019)

10.00 – 11.00 Der Körper verachtet die Seele

Kain richtet sich auf, um zu töten. Verlust der Fähigkeit des Hütens. Wenn der Mensch nicht mehr „alle beisammen“ hat. Falsches Mitleid und seine Konsequenzen auf uns selbst.

30 Minuten Pause


11.30 – 12.30 Im Festlegen geschieht der Mord

Der Tatort. Orte und ihre Energie. Der hebräische Begriff »Sadeh« für »Feld« zieht sich durch die ganze Bibel. Er ist verbunden mit den Tieren des Feldes, Saat und Ernte und trägt sprachlich den Charakter der linken, also der weiblichen umhüllenden Seite.

2 Stunden Pause


14.30 – 15:30 Das Leben lässt uns nicht zur Ruhe kommen

Abels Blut schreit von der Erde. »Goel und Ga‘al« – »Bluträcher und Erlöser« sind im Hebräischen identisch. In der Wahrnehmung Kains kann die Erlösung nicht verstanden werden. Im Grunde wissen wir als Mensch, worum es geht. Kain repräsentiert die UrMuster der Rechtfertigung und der Abwälzung einer persönlichen Verantwortung.

30 Minuten Pause


16.00 – 17.00 Erfolg als Strafe – Abel wird erstattet, der Lebenssinn erkannt

Kains Strafe, seine Auseinandersetzung mit sich selbst und die Reaktion der Welt um ihn herum. Unstet und flüchtig wird sein Wesenszug. Er wird zum Städtebauer und zum Vater von Technik und Kultur. Das Kains-Mal – woran man Kain erkennt. Sein Weg geht immer weiter nach außen, weg vom Ursprung hin zum Körperlichen. Die äußere Welt wird zum Zentrum seines Lebens. Was wird aus Abel? Er bekommt einen Stellvertreter, wie es heißt. Doch nicht gleich, sondern mit einem Abstand von 130 Jahren.


Ort und Anmeldung

Saal der Kreuzkirche
Ev. Kirchengemeinde Stuttgart-Heslach
Benckendorffstr. 15
70199 Stuttgart-Heslach
(direkt an der Haltestelle 1, 9, 34 Hst. Bihlplatz)

Schriftliche Anmeldung bei Doris Röhm
E-Mail: weinreb-seminar-Stuttgart@gmx.de

Teilnehmerbeitrag: 100.- €
Einzelne Tage:
Freitag: 60.- € / Samstag: 50.- €
(Inkl. Kaffeepausenverpflegung)
Ermäßigung auf Anfrage möglich!

Die Bezahlung erfolgt am Freitag vor Ort.
Anmeldeschluss ist der 4. September 2019
Begrenzte Teilnehmerzahl!

Übernachtungsmöglichkeiten werden nicht angeboten.
Auf Anfrage können wir gerne eine Hotelbuchung für Sie vornehmen.

Optionen für Mittag- und Abendessen:

  • Essen in den anliegenden Restaurants
  • Gemeinsames Essen mit Bestell-/Lieferservice
  • Selbstversorgung

Flyer

Weinreb_Seminar_Stuttgart_2019