Schuld und Vergebung

Archiv-Nr. 82H81 / Laufzeit: 2h 28min

In den meisten Fällen wird „Schuld“ als ein Vergehen, als etwas Bedrückendes geschildert und empfunden. Weinreb geht einen anderen Weg und beschreibt die Schuld als Gefühl, etwas verloren zu haben. Jedoch hat nicht Adam etwas verloren, sondern wir. Wir verlieren ständig etwas. Etwas, das mit Berechnung, Analyse und linearem Vorgehen nicht erreicht werden kann. Nur ein Durchbruch aus dem Verborgenen, dem Nicht-Erklärbaren kann die Wende beim Menschen bewirken. Schuldanalyse, Überlegungen und Denken führen ins Unendliche, lassen den Menschen verzweifeln, machen wahnsinnig, depressiv. Liebe kennt keinen Mechanismus, löst alleine die Erstarrung, verbindet Gegensätze (männlich und weiblich) woraus doch die Frucht entsteht! Nur die Liebe stillt die Sehnsucht des Herzens. Sie wertet nicht und baut keine Hierarchie.
Unser Nicht-Bewusstes teilt uns doch mit, dass etwas in dieser Welt nicht stimmt. Es scheint, als ob unser Herz von einem heilen Ur-Zustand weiß und sich dahin sehnt. Sehnen kann man sich nur nach etwas, was man kennt oder wovon man zumindest eine Ahnung hat. Woher hat unser Herz diese Ahnung? Der Durchbruch geschieht also immer als Geschenk, als Überraschung, aus Gnade bei dem, der sich danach sehnt. Der Kreuzweg Jesu Christi als historisches Ereignis ist sinnlos, wenn man diesen nicht als den eigenen Weg erkennt. Im Spannungsfeld zwischen „Oben“ und „Unten“, zwischen „Rechts“ und „Links“ freiwillig festgenagelt zu sein, führt zum Tod der kausalen, sinnlosen Welt und zur Auferstehung im Leben der innewohnenden Göttlichkeit. Jeder Mensch ist im Ebenbilde Gottes und damit wichtig. Leider tragen viele unserer gesellschaftlichen Erziehungsanstalten dazu bei, diese Tatsache zu verleugnen und aus dem Einzelnen eine „Nummer“ zu machen, der sich das Leben durch Leistung verdienen muss. Das aber ist kein Leben. Das ist Zwang und Haschen nach Wind. Was bedeutet das Opfer, das zur Vergebung notwendig ist? Opfer heißt auf hebräisch „Korban“ und meint ein „sich nähern“. Der Mensch, der sich seinem Ursprung nähert, den Antworten des Lebens. Heißt nicht „scheol“, theologisch mit „Hölle“ übersetzt, Fragen zu haben und keine Antwort darauf zu erhalten? Liegt nicht die Erlösung, im Er-Innern, dem „Nach-Innen-Gehen“? Der verlorene Sohn, der nach der Ermüdung „Im-Außen“ in sich geht und „Im-Innen“ erfährt, woher er kommt und wohin er gehört!

Teil 01:

  • Die Schuld als Gefühl, etwas verloren zu haben
  • Vergebung als Überraschung
  • Überlegung und Denken als Auslöser für Verzweiflung
  • Urschuld
  • Umkehr
  • Das Zurückblicken in die Vergangenheit als Ursache für innerliche Erstarrung (Lots Weib)

Teil 02:

  • Warum ist mir der Lebenssinn verborgen?
  • Das Gefühl „es stimmt nicht“ bringt uns in eine Abhängigkeit von Schuldgefühlen
  • Das Opfer
  • Konsum – ich muss zahlen!
  • Korban – meine verborgene Existenz führt mein ICH
  • Die Umkehrung – das echte ICH bedingt nun den Körper
  • Der gläubige Mensch als Träger der Freude, der sich nicht mehr mit dem Vergangenen belastet
  • Das Schuldopfer

Teil 03:

  • Das Dankopfer – Danken bedeutet glücklich sein
  • Der Mensch, der beschuldigt, ist selbst aggressiv
  • Der Kreuzweg als Triumphweg
  • Freue dich am Guten

Teil 04:

  • Fragen der Zuhörer zum Thema Schuld und Vergebung
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