Endzeiterwartung – Leben aus Tod und Auferstehung

Archiv-Nr. 87Sin54 / Laufzeit: 2h 54min

Dieser Vortrag ist auch als Buch mit dem Titel Das Ende der Zeit erschienen.

Zu jeder Zeit glaubte ein Teil der Menschen, am Ende der Zeit zu stehen. Ist die „Endzeitstimmung“ nicht vielmehr Ausdruck persönlicher Resignation, die sich auch in der Proklamation äußert: „Seht her, wir haben recht, wir haben es immer gesagt!
Endzeiterwartung, Tod und Auferstehung – das sind Angelegenheiten, die jeden angehen, mich natürlich auch, alle. Ich kann darüber nicht so von oben herab mitteilen, was ich weiß, ich kann darüber nur nachdenken, mit Ihnen zusammen, um zu sehen, was wir von der Bibel her glauben können. Wissen ist eher eine Sache der Wissenschaft, Glauben aber ist eine ganz menschliche Angelegenheit. Heute hat man ein sehr negatives Bild von der Endzeit. Man denkt, alles geht unter, die Welt sieht elend aus. Man glaubt nicht, dass es mit der Welt noch lange gehen kann, und prophezeit deshalb ganz wissenschaftlich – indem man, was gegenwärtig geschieht, weiterprojiziert -, was in Zukunft zu erwarten ist. Das muss dann schon ein sehr negatives Bild ergeben, denn was die Medien über Umweltverschmutzung, über die Ozonschicht, über Kernwaffen und Kernkraftwerke, über das Bevölkerungswachstum usw. verbreiten, das gibt einem das Gefühl, lange kann es so nicht mehr weitergehen. Vielleicht ist auch eine gewisse Lust an Sensation dabei, denn es tönt doch alles sehr gelehrt, man hat es doch gründlich studiert, hat die heutigen Daten auf die Zukunft hin extrapoliert, und es gibt hunderte, ja, tausende Bücher, die alle beweisen, wie schlimm es aussieht. Fast wie ein masochistischer Zug der Welt, hören zu wollen vom bevorstehenden Untergang, sich selber damit zu quälen.
Vielleicht hat das auch mit dem Gefühl des Menschen zu tun, dass er sein persönliches Leben einem unausweichlichen Ende entgegengehen sieht. Das Ende -: Strich, aus hier. Jahrhunderte Indoktrination durch die Wissenschaften lassen es uns so sehen. Vielleicht kann man spiritistisch weiterleben, vielleicht gibt es ein Weiterleben nach den Vorstellungen der alten Ägypter – das Totenschiff – oder der Tibeter, der Chinesen, der Griechen – die Unterwelt -, aus aber ist es, das Leben hier ist vorbei. Das ist ein Zeichen, daß wir irgendwie indoktriniert, man könnte auch sagen, vergiftet sind, und zwar gerade von jenem Gift, das behauptet: Ich weiß alles, wir können es beweisen, tot ist tot, im Grab ist Verwesung, und das Andere kann man nicht beweisen. Wir haben das schon von der Schule her übernommen, und unsere Eltern haben uns auch gesagt, daß die Lehrer es immer besser wissen. Und die Lehrer geben weiter, was sie gelernt haben, nach ihrer Wahrheit ist es also dann aus, tot ist tot.
Es gibt zwar merkwürdige Grenzgebiete, Esoterik, PSI, alles mögliche, aber das Ende hier ist jedenfalls ein Ende.Wir sind, glaube ich, so gedrückt und so pessimistisch, weil wir das immer hören und lesen. Und dort, wo vom Glauben geredet wird, möchte man den Glauben auch gern beweisen. Man kennt nicht mehr den Gedanken, den Paulus im Hebräerbrief ausgedrückt hat, daß Glauben überhaupt erst dann da ist, wenn es keinen Beweis, keine Hoffnung, ja, nicht einmal mehr etwas zu glauben gibt. Wir haben gelernt, nur dann etwas zu glauben, wenn wir überzeugt davon sind, kausal überzeugt. Beweise mir das, sagt man, dann glaub ich dir auch. Aber das ist kein Glauben, damit hast du nur die Wissenschaft auf deiner Seite. Du kannst es dann, ohne dich lächerlich zu machen, behaupten, weil es so gesagt wird, du ordnest dich also der Majorität unter und sagst dann: das glaube ich jetzt. Mit Glaube aber hat es nichts zu tun. Glauben ist die Fähigkeit im Menschen, die nur in Kraft tritt, weil keine Beweise da sind; erst dann könnte man glauben. Und wenn keine Spur mehr von Hoffnung sich zeigt, politisch oder wissenschaftlich, erst dann kann man hoffen. Wir aber sehen nur Anlaß zur Hoffnung, wenn wir bemerken, daß es sich ohnehin zu zeigen beginnt.

Wir wollen also Beweise sehen, wir wollen wissen. Dann sind wir überzeugt und glauben es auch. Dies ist, meinem Gefühl nach, ein vollkommen falscher Ausgangspunkt für die Überzeugung, daß man Christ sei oder Jude oder Moslem. Man müßte imstande sein zu glauben, ohne etwas zu wissen. Dein Selbst, dein Ich, deine Person müßte von Glauben erfüllt sein, kein Grund, darüber zu reden. Es ist eine Sache, die nur dich angeht. Der andere hat seine Beziehung zum Glauben und zu Gott, seine, nicht deine, und dann wäre es möglich, daß man wirklich glauben könnte. Aber das ist heute ganz aus der Mode. Mode bedeutet ja Durchschnitt, ein Mittelmaß. Die Majorität der Leute, der Durchschnitt, ist dieser Auffassung; da hast du es dann schwer, dich auf der Seite der ganz wenigen zu behaupten, die sagen, nur intim, nur ganz persönlich könne man glauben. Man schaut heute sehr auf Masse, auf die Mehrheit. Wenn man hört, das ist ja nur Einer, der das glaubt, dann ist es nichts wert. Nur die Masse zählt, der Eine zählt eben nicht. So ist es im Laufe von Jahrzehnten, vielleicht schon von zwei Jahrhunderten, dahin gekommen, daß man darauf schaut, was man weiß. Was sagt die Wissenschaft? Obwohl die Wissenschaft selber sagt, man könne nur das beweisen, was auch in den Grenzen der Beweisbarkeit liegt; das Andere ist ganz außerhalb von Wissenschaft. Da hat sich Glauben und Wissen also auch getrennt. Und der Glaube wächst jetzt immer mehr, denn ich kann auch glauben, wenn ich weiß; zu sagen aber: ich glaube gerade, wenn ich nicht weiß, ist schon fast unmöglich. Sein Ende hier stellt sich dem Menschen als Untergang dar, als Verwesung. Der tote Körper ist für die Wissenschaft lediglich Objekt, das man sezieren kann, um etwas daraus zu lernen, mehr über ihn zu erfahren. Den Glauben, daß der Körper etwas ganz Besonderes, Einzigartiges ist, gibt es längst nicht mehr. Vielleicht glauben das noch einige Leute, vielleicht sogar viele, aber die wagen es dann nicht, das zu äußern. Und die Medien werden sich hüten, die Meinung solcher Leute mitzuteilen, denn sie sind auf die Meinung der Masse angewiesen.
Die Medien müssen sich nach der Mode richten, nach dem, was als gescheit und wissenschaftlich begründet erwartet wird. Wer da anderes sagt, gilt gleich als komisch, halb- oder ganz verrückt. Wie kommt er dazu, in unserer heutigen gescheiten intellektuellen Welt noch so etwas zu behaupten?

Friedrich Weinreb


Aus dem Inhalt:

  • Untergangsgefühle
  • Den Tod verdrängen
  • Glauben heißt vertrauen
  • Ende als Wende
  • Die Wahl zwischen Wissen und Leben
  • Umsonst lieben
  • Das Jüngste Gericht
  • Gnade herrscht in der Liebe
  • Der Angriff der Welt
  • Aus der Zeit gefischt
  • Durchbruch ins Neue Leben
  • „Sucht nicht den Lebendigen unter den Toten!“
  • Aufwachen in der Welt der Wahrheit
  • Brot vom Tisch des Lebens
  • Zum Greifen, zum Begreifen nah: erfüllte Zeit
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