Vorträge Reichenau 2014

Artikelnummer: 2014/1

Gesamtlaufzeit: 4h 39 min
Tonqualität: sehr gut
Referenten: Nishta Müller / Gabriel Strenger / Katarina Holländer / Louis Lau / Eugen Baer

Kategorie: Zusammenstellungen


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Beschreibung

Gesamtlaufzeit: 4h 39min
Tonqualität: sehr gut
Format: MP3-CD

Alle Vorträge der Reichenau-Tagung 2014 zusammen auf einer MP3-CD:

 «Seele und Wort in den Hymnen der Vedischen Seher»
Nishtha Müller, Veda-Forscher, Lehrer für Veda Weisheit und Mantra Meditation, Auroville (bei Pondicherry), Indien
   
«Narrative der Seele: Wie Hiob und seine Gefährten unser Leben reflektieren»
Gabriel Strenger, Psychotherapeut, Autor und Dozent, Jerusalem
   
«Er-zähltes Schreiben»
Katarina Holländer, Schriftstellerin, Publizistin, Kunsthistorikerin, Winterthur
      
«Meine Lebensgeschichte: Von was und von wem der Erzähler erzählt»
Louis Lau, Soziologe, Memoirenschreiber, Polling (Oberbayern), Deutschland
 
«Das entlehnte Ich: sein Werden und Entwerden»
Prof. Eugen Baer, Semiotiker, Autor, Geneva, NY, USA

Sollten Sie Interesse an einem Einzelvortrag auf Audio-CD haben nehmen Sie bitte direkt Kontakt mit uns auf.


Tagungsthema: Erzählen, wer ich bin.

Unser Leben erzählt sich in Geschichten. Sie geben unserem Leben Sinn und Würze. Nur: Wer erzählt eigentlich? Und: Was wird denn da alles erzählt? Sind wir wirklich die Erzähler unserer eigenen Lebensgeschichten? Und gleichzeitig die aktiven Gestalter? Oder: Wird unser Leben erzählt und gestaltet? Erzählen die Geschichten uns? Und: Wer ist dieses Ich, das erzählt? Endlose Fragen mit unendlichen Geschichten.

Friedrich Weinreb war so ein begnadeter Erzähler, ein chassidischer Maggid. Einer, dem das Erzählen in den Mund gelegt worden ist. Einer, dem die Geschichten nur so zuflogen. Einer, hinter dessen Geschichten tatkräftiges Leben stand. Und Einer, der sein Leben aus den Gottesnamen lebte. Aus dieser Fülle erzählte er nicht endenwollend vom Leben, wie es sich in unserer Welt, im Kosmos und in uns offenbart.

Geschichten waren für Weinreb Gebete an Gott. Über hundert chassidische Geschichten hat er selbst erzählt und geschrieben. Sie erzählen durch Zeiten und Lebensschichten hindurch vom Wirken Gottes. Trotz dramatischen und komplexen Ereignissen hier enden sie dort - vom Himmel her gesehen - überraschend, einfach und gut. Weinrebs umwälzende Einsicht war: Gott erzählt. Gott erzählt unser Leben in seinen Namen. Gott benennt, was ist, in seinen Gottesnamen. In den beiden Schöpfungsberichten sind es Elohim und Adonaj, das Tetragramm Jod-He-Waf-He. In den Gottesnamen und ihren Erzählungen gestaltet sich unser Leben. Gott selbst offenbart sich in seinem Namen: »Ich bin, der Ich bin». Geheimnis, Quelle unseres Erzählens: Wer Ich bin.

Das «Ich des Erzählers» und das «Erzählte Ich» kreieren so laufend unsere Lebenswirklichkeiten. Gott erzählt um des Erzählens willen. Im Gewahrsein sind wir dessen Zeuge und im Tun-Umsonst zeugen wir davon. «Gott und Ich sind Eins», sagt Meister Eckhart. Die Gottesgeburt in Christus ereignet sich nach Eckhart stets in der Geburt des Wortes. Worte Gottes erzählen uns unser Leben in der Wahrheit Gottes. Die Wahrheit ist an die Eins, an die Einheit gebunden. Zeitlich entfaltet sie sich im Raum. Sie wird aufgefächert, fragmentiert - je nach Erleben des Ichs im Gegenüber des Du und des Wir. Solch zeitliche Wahrheiten gilt es immer wieder neu voneinander zu hören und miteinander auszuhandeln. In der Gottesgeburt des Wortes treffen sich Meister Eckhart und der Maggid Weinreb. Beide Erzähler des Wortsinnes der Bibel. Des Wortes, das aus der Stille verborgener Wortwelten in die hiesigen Sprachwelten hineingeboren wird. Wortwelten, die je nach Erzählung und Kontext Erfahrungswelten kreieren. Daher gibt es nicht das eine Kunstwerk, die eine Lebenswelt. Nicht die eine Meinung. Nur Vielfalt und Mehrdeutigkeit. Nicht eine Deutungsmacht, die zeitlich Fragmentarisches zur einen Wahrheit erhebt, wie das in Fundamentalismen in Religion, Kultur, Politik, Wirtschaft und Schulen der Fall sein kann.

Welche Wortwelten erzählen unser Leben beim Erzählen unseres Lebens? Wie können Erzählungen unsere Sicht aufs Leben erneuern? Das möchten wir an der diesjährigen Reichenau-Tagung erfahren.

Dr. H. Ringger, Mai 2014


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