Quellen Weinrebs

Ich bitte den Leser, bei den kommenden Ausführungen im Auge zu behalten, dass es sich nicht um meine Erfindungen, sondern um Mitteilungen aus Quellen handelt, die schon seit Jahrtausenden fließen und so alt sind wie die Schrift. Diese Quellen existieren tatsächlich auch heute noch. Ich habe also nichts oder – um ganz ehrlich zu sein – fast nichts zu sagen, das sich nicht auch in diesen alten schriftlichen Quellen nachweisen ließe. Nur wenig davon ist rein mündliche Tradition, wie sie von Lehrern an Schüler, von Eltern oder Großeltern an Kinder und Enkel weitergegeben wird, und selbst dies steht nicht außerhalb des Ganzen, sondern versucht nur, Lücken auszufüllen, die man in den schriftlichen Überlieferungen empfinden mag. Es handelt sich also um eine Art Interpolation, wie wir sie von der Statistik und Mathematik her kennen. Nehmen wir eine Zahlenreihe wie 1, 3, 5, 7, 11, so können wir ohne weiteres feststellen, dass die 9 hier eigentlich fehlt. Fügen wir sie ein, so haben wir unwillkürlich und mit Recht das Gefühl, dass nun erst die Reihe vollständig ist.
Ebenso verhält es sich mit der mündlichen Tradition, sie führt nur aus, was man eigentlich wissen konnte, aber aus irgend einem Grund nicht zu sagen wagte. Die erwähnten Quellen bilden zusammen eigentlich ein ganzes Meer, dennoch aber nicht so viel, dass man, wie es heute in einigen Bereichen der Wissenschaft vorkommt, ganze Bibliotheken damit füllen könnte. Alles in allem handelt es sich um schätzungsweise vierzig bis fünfzig Bände mit zusammen vielleicht zwanzigtausend Druckseiten. Das lässt sich also durchaus in einem Menschenleben bewältigen. Schwierig wird es nur, wenn man mit Unlustgefühlen oder entschlusslos herangeht. Die Quellen also existieren. Wenn ich mich hier nur selten auf sie beziehe, so nur, weil ich Sie nicht mit schwierigen Worten aus dem Aramäischen und Hebräischen behelligen möchte, die Ihnen ja auch nichts sagen würden.

Friedrich Weinreb, Das chassidische Narrenparadies, Seite 80

Die meisten Quellen sind im Buch Schöpfung im Wort ab Seite 907 auf sieben Seiten aufgeführt. Viele der genannten Bücher sind bis heute nicht übersetzt und nur in Alt-Hebräisch oder Aramäisch erhältlich.